Vor 210 Jahren - Oktober /November 1806

Am 10. Oktober 1806 fiel Generalleutnant Prinz Louis Ferdinand (1772-1806), der „Liebling“ des preußischen Hofes, in dem Gefecht bei Saalfeld, wenige Tage vor der militärischen Niederlage Preußens von Jena und Auerstedt.

Am 14. Oktober musste Oberst Johann David Ludwig von Yorck (1759-1830) das Desaster miterleben.

Beide Haudegen sind die „Urväter“ der nachgeborenen Yorcks von Wartenburg.

Die Ironie der Geschichte: Yorck mochte den „Dreamboy“ der damaligen Damenwelt aber gar nicht und von ihrer gemeinsamen Großvaterrolle hatten sie keine Ahnung.

Dass aber Yorcks Enkel Paul Yorck von Wartenburg (1835-1897) sich mit des Prinzen Enkelin Luise von Wildenbruch (1838-1918) am 3. Oktober 1860 das Ja-Wort gaben, ist doch wiederum traumhaft schön!

Aber zurück zum Oktober 1806.

Als Oberst in der Armee des Herzogs Karl August von Sachsen-Weimar (1757-1828) befehligte Yorck vier Kompanien des Jägerregiments aus Mittenwalde. Nach der allgemeinen überstürzten Flucht, gelang einigen preußischen Kräften, im Verlaufe der nächsten Tage, ein geordneter Rückzug über Gotha, Langensalza, Goslar bis vor Wolfenbüttel.

Am 22. Oktober zogen die Truppen weiter in Richtung Stendal, um in der Altmark die Elbe zu überqueren. Oberst von Yorck wurde beauftragt, für eine ausreichende Rückendeckung für die nach Norden zurückflutenden preußischen Truppen zu sorgen.

Bei Altenzaun, in der Nähe der nördlichen Elbe, erwies Yorck sein  taktisches Geschick.

   

Am Nachmittag des 26. Oktober sicherten sechs Jägerkompanien, drei Füsilierbataillione und zwei Geschütze das Überschreiten der Elbe. Die Franzosen wurden siegreich zurückgeschlagen. In der Dunkelheit der Nacht setzte dann Yorck mit seinen Truppen über den Fluss nach.

Am nächsten Morgen war man schon in Havelberg und zwei Tage später in Wittstock.

Die Ereignisse überschlugen sich: Inzwischen war Napoleon am 27. Oktober in Berlin siegesbewusst durchs Brandenburger Tor geritten. Das preußische Königspaar war in den Memel geflohen. Nur in Mecklenburg leistete man noch militärischen Widerstand. Nachdem der Herzog von Sachsen-Weimar sein Armeekommando niedergelegt hatte, übernahm General Gebhard Leberecht von Blücher (1742-1819), mit Oberst Gerhard Johann David von Scharnhorst (1755-1813) als Stabschef, das Kommando über die noch verbliebenen preußischen Truppen.

 

Am 1. November kam es bei Waren zu einem Gefecht. Zwar bewährten sich die Jäger und Füsiliere unter Yorcks taktischer Nachhutführung, aber die Franzosen ließen nicht locker. Von den 900 Kämpfern bei Altenzaun standen ihm nur noch 500 geschwächte Soldaten zur Verfügung. Man hoffte nun, sich ins neutrale Lübeck retten zu können.

Nach einem verzweifelten Rückzugs- und Abwehrkampf um und in Lübeck unterschrieb Blücher zähneknirschend am 7. November die Kapitulation von Ratekau bei Travemünde, aber mit seinem eigenen Zusatz „ Ich capituliere, weil ich weder Munition noch Brod und Fourage habe.“

Auch die preußische Kriegskasse fiel in die Hände der Franzosen. Blücher und Scharnhorst begaben sich in Gefangenschaft, auch Yorck, der im Straßenkampf in Lübeck am 6. November schwer verwundet worden war.

(Wolfgang Kunze)

Quelle: Wikipedia (Bild- und Textmaterial)

Galerie-Bilder: 

Detail vom Gedenkstein Altenzaun
Heutiger Gedenkstein in Altenzaun
Gefecht auf dem Lübecker Markt vor dem Rathaus