Der neue Kuhstall

Seit Mitte November vergangenen Jahres ist er in Betrieb – der neue Kuhstall zwischen Wartenburg und Globig (genau genommen auf Flurstücken der Gemarkung Globig).
Die Stallanlage erstreckt sich auf eine Fläche von ca. 1,3 ha, wobei der Stall selbst stolze 150 mal 72 m misst. Wer in der Kommandoplattform in der Mitte des Stalles steht, wird beindruckt sein von den Ausmaßen der Anlage.
Kapazität bietet der Stall für 1.000 Milchkühe. Zurzeit sind 800 vorhanden. Die fehlende Zahl bis zur Kapazitätsgrenze muss noch aus eigener Zucht nachwachsen.

 

               

Die Familie Lansink investierte rund 6,5 Mill. Euro, wobei Fördermittel nicht zur Verfügung standen.

Die Stallanlage ist ausgestattet mit der modernsten Technik für Mensch und Tier.
Herzstück sind 16 Melkroboter, die von den Kühen in der Mehrzahl selbst aufgesucht werden, wenn ihnen danach ist (nur wenige müssen geführt werden). Im Roboterstand wird zunächst das Euter gereinigt, bevor dann die Melkeinrichtung lasergesteuert angesetzt wird.
So geht eine Kuh etwa 3-mal zum Melken.

              Unterhalb der Besucherplattform befinden sich die Melkroboter, ...manchmal müssen die Kühe auch ein bischen Anstehen.

Eine Kuh erzeugt durchschnittlich 33,7 l Milch am Tag, was einer Jahresquote von rund 10.000 l entspricht.

Die Arbeit im Stall ist hochautomatisiert.
Die Futterverteilung erfolgt über Futterschieber-Roboter.
Die Reinigung führen Stallreinigungs-Roboter aus.
So sind in den 2 Schichten des Tages jeweils  nur 4 bis 5 Mitarbeiter eingesetzt.

    

Eine Kuh in hiesigen Regionen bringt durchschnittlich 3 Kälbchen zur Welt bei einer Lebenszeit von 4,6 Jahren.
Die Kälbchen werden nunmehr ausnahmslos im neuen Kuhstall zur Welt gebracht.
Die ersten 4 Wochen verbringen sie in speziellen Iglus, bevor es danach ins Gruppeniglu geht.
Nach 10 Wochen kommen die Tiere in den Jungrinderstall nach Globig, mit 17 Monaten werden sie besamt und ziehen um in die alte Milchviehanlage nach Wartenburg (Shiloh). 2 bis 3 Wochen vor dem Abkalben kehren dann die hochtragenden Fersen an den Ort Ihrer  Geburt zurück.

Täglich fallen 70 m³ Gülle an. Lagerkapazitäten stehen für insgesamt 20.000 m³ zur Verfügung.
Eine Biogasanlage ist noch in der Planung.

Die Bauarbeiten begannen im Sommer 2013.
Lehmiger Untergrund gestaltete die Gründung aufwendig. 15.000 m³ Baugrubenaushub mussten bewegt werden. Vorort wurden 2.500 t Bauschutt geschreddert und eingebaut.

Insgesamt 29 Firmen waren am Bau beteiligt.
Die Hauptgewerke wurden von La-Ge-Bau Wriezen und der holländischen Stahlbaufirma Wopereis ausgeführt.
Aufgrund der großen Abmessungen arbeiteten 2 Turmdrehkräne parallel.

Noch ein paar Zahlen für die Statistik:

  • 4.260 m³ Beton wurden verbaut mit 220 t Bewehrungsstahl
  • 480 t bringt die gesamte Stahlkonstruktion auf die Waage
  • 5 km Holz-Dachpfetten wurden eingebaut
  • Mehr als 35.000 Arbeitsstunden wurden erbracht
  • Die Solaranlage auf dem Dach ist für 1,2 Megawatt ausgelegt
  • Die Sozial- und Aufenthaltsräume werden allein aus der von der Abkühlung der Milch gewonnen Wärme beheizt
              Baubeginn im Jahre 2013

 

    ... und dann war Richtfest!
          Die ersten Kühe beziehen den neuen Stall, die neuen Halsbänder liegen bereit.
Eine Stallanlage mit 1.000 Tieren – für manche Massentierhaltung?

Vergleicht man diese Anlage jedoch mit dem was wir aus den letzten Jahrzehnten kennen, so ist es sehr viel Luxus für die Tiere. In ihren Sektionen können sie frei herumlaufen und sind nicht angekettet (je Tier stehen ca. 10 m² Fläche zur Verfügung), der Stall ist hoch und hell, so dass für natürliches Licht und frische Luft auch in den wärmen Jahreszeiten gesorgt ist. Und jede Kuh kann sich einer Bürstenmassage unterziehen wenn ihr danach ist. Die Liegeflächen der Kühe sind nicht nur simpler Beton, sondern darauf befinden sich 5 cm dicke Latexmatratzen und darüber Gummimatten mit Einstreu aus Holzspänen.

     Wie wär´s mit einer Bürstenmassage?

 

Ab dem 01.04.2015 ist in der EU die Milchquote freigegeben, das heißt ein hart umkämpfter Markt wird noch härter. Derzeit erhält ein Landwirt 28 Cent (netto) für einen Liter Milch.
Eine Flasche Mineralwasser kostet im Supermarkt weitaus mehr.
Wir wünschen Familie Lansink alles Gute für ihre neue Stallanlage.
Möge die Investition für die Hausherren, die Mitarbeiter und die Region die richtige Entscheidung für die Zukunft sein.

Galerie-Bilder: